Potenzielle Kund:innen werden täglich mit Tausenden von Markenbotschaften bombardiert. Das bedeutet: Aufmerksamkeit gewinnen nur jene, die aus der Masse herausstechen. Die Marken, die gewinnen, bauen ihre gesamte Go-to-Market-Strategie auf einem klaren Positionierungsfundament auf.
Dieser Leitfaden führt durch alles, was man über Marketing-Positionierung wissen muss, von grundlegenden Definitionen und klassischen Modellen bis hin zu Praxisbeispielen und einem Framework, das sich sofort anwenden lässt.
Contents
Was ist Marketing-Positionierung und warum ist sie so wichtig?
Das STP-Framework: Segmentierung, Targeting und Positionierung
Schritt für Schritt: So definiert man die eigene Unternehmenspositionierung
Bewährte Positionierungsstrategien zur Differenzierung der Marke
Positionierungsstrategien in der Organisation anwenden: Ein Quick Framework
Fazit: Marketing-Positionierung ist ein essenzielles Differenzierungsmerkmal
Was ist Marketing-Positionierung und warum ist sie so wichtig?
Marketing-Positionierung ist der strategische Prozess, mit dem eine Brand, ein Produkt oder eine Dienstleistung einen klar definierten Platz in den Köpfen der Zielkund:innen im Vergleich zum Wettbewerb einnimmt. Sie beantwortet eine trügerisch einfache Kernfrage:
| „Warum sollten meine idealen Kund:innen sich für mich entscheiden und nicht für jede andere verfügbare Option?“ |
Markenpositionierung ist nicht der Slogan, das Logo oder die Produktfeatures, Positionierung ist die mentale Fläche, die eine Brand besetzt, und die Assoziationen, die Menschen mit ihr verbinden.
Warum Markenpositionierung das Fundament der Markenstrategie ist
Eine starke Markenpositionierung schafft Vorteile im gesamten Marketingsystem:
- Klarheit in der Kommunikation: Jedes Content Piece, jede Anzeige und jedes Sales Deck ziehen in dieselbe Richtung
- Preissetzungsmacht: Eine gut positionierte Brand erzielt Premium-Preise, weil Kund:innen einen einzigartigen Mehrwert wahrnehmen
- Vertriebseffizienz: Wenn Interessent:innen bereits verstehen, wofür eine Brand steht, verkürzen sich die Sales-Zyklen
- Resilienz: Positionierte Marken überstehen Wettbewerbsdruck und Marktabschwünge besser als undifferenzierte
Das STP-Framework: Segmentierung, Targeting und Positionierung
Bevor eine Brand effektiv positioniert werden kann, muss klar sein, für wen sie positioniert wird. Deshalb ist das STP-Modell (Segmentierung, Targeting und Positionierung) so essenziell. STP-Marketing schafft eine logische Abfolge, vom Marktverständnis zur Markendifferenzierung. iation.
Segmentierung
Marktsegmentierung unterteilt den gesamten adressierbaren Markt in klar abgegrenzte Gruppen von Kund:innen mit ähnlichen Bedürfnissen, Verhaltensweisen oder Merkmalen. Gängige Segmentierungsdimensionen sind:
- Demografisch: Alter, Einkommen, Jobtitel, Unternehmensgröße (B2B)
- Geografisch: Region, Land
- Psychografisch: Werte, Lebensstil, Risikobereitschaft
- Verhaltensbasiert: Kaufhäufigkeit, Markentreue, Nutzungsmuster, Kaufauslöser
- Firmografisch (B2B): Branche, Umsatzklasse, Zahl der Mitarbeiter:innen, Tech Stack
Targeting
Nicht jedes Segment ist es wert, verfolgt zu werden. Targeting ist der Prozess, Segmente anhand von drei Kriterien zu bewerten und zu entscheiden, wo man antritt:
- Attraktivität: Ist das Segment groß genug und wächst es? Verfügt es über ausreichende Kaufkraft?
- Fit: Löst das eigene Produkt das Kernproblem dieses Segments besser als die Alternativen?
- Erreichbarkeit: Lässt sich dieses Segment kosteneffizient über Owned, Earned oder Paid Channels erreichen?
Das Ergebnis des Targetings ist ein klar definiertes Ideal Customer Profile (ICP): die Kund:innen, für die die eigene Lösung den höchsten Mehrwert liefert.
Positionierung
Sobald das Zielsegment definiert ist, ermöglicht Positionierung die gezielte Beeinflussung der Wahrnehmung dieser Zielgruppe gegenüber der eigenen Brand. Jedes visuelle, verbale und erlebbare Element der Marke sollte die eine wichtigste Botschaft verstärken, die Kund:innen über die Brand glauben sollen.
| Kurz gesagt: Segmentierung identifiziert, wer auf dem Markt existiert. Targeting wählt aus, wer bedient wird. Positionierung definiert, warum diese Kund:innen sich für die eigene Brand entscheiden sollten. |
Schritt für Schritt: So definiert man die eigene Unternehmenspositionierung
Effektive Positionierung entsteht durch einen strukturierten Discovery-Prozess. Hier ist ein bewährter Fünf-Schritte-Ansatz, der branchenübergreifend funktioniert:
| Schritt 1: Die Realität der Kund:innen prüfen | 10 bis 15 bestehende Kund:innen interviewen. Fragen stellen wie: Welches Problem wollten sie lösen, als sie die Brand fanden? Welche Alternativen haben sie in Betracht gezogen? Was hat zur finalen Entscheidung geführt? Bewertungen, NPS-Kommentare und Support-Tickets nach wiederkehrenden Formulierungen durchsuchen. |
| Schritt 2: Wettbewerbsalternativen mappen | Alle realistischen Alternativen auflisten, die Zielkund:innen haben: direkte Wettbewerber:innen, indirekte Substitute und die Option „nichts tun“. Identifizieren, wo der Wettbewerb im Markt seinen Anspruch erhebt. |
| Schritt 3: Den differenzierenden Mehrwert identifizieren | Abgleichen, was Kund:innen am meisten schätzen, mit dem, was Wettbewerber:innen schlecht liefern. Die Schnittmenge ist die Differenzierungszone: der Bereich, den nur die eigene Marke glaubwürdig besetzen kann. |
| Schritt 4: Ein Positioning Statement formulieren | Die Erkenntnisse in ein einziges internes Positioning Statement verdichten (siehe Vorlage unten). Dieses dient als strategischer Kompass für die interne Ausrichtung. |
| Schritt 5: Validieren und iterieren | Die Positionierung mit Zielkund:innen durch Messaging-Experimente testen (A/B-Tests auf Landingpages, Anzeigentexte, Sales-Narrative). Auf Basis von Conversion– und Resonanzdaten verfeinern. |
Vorlage für das Positioning Statement
Diese klassische Struktur hilft, die Positionierung klar zu formulieren:
| Für [Zielkund:innen], die [dieses Bedürfnis oder Problem haben], ist [Brand] die [Marktkategorie], die [diesen Nutzen liefert], weil [Beweis/Beleg]. Im Gegensatz zu [primäre Alternative] bieten wir [zentrales Differenzierungsmerkmal]. |
Bewährte Positionierungsstrategien zur Differenzierung der Marke
Perceptual Mapping
Eine Perceptual Map ist ein zweiachsiges Raster, das die eigene Brand und Wettbewerber:innen anhand der zwei Attribute abbildet, die für die Zielkund:innen am wichtigsten sind (z. B. Preis vs. Qualität oder Innovation vs. Zuverlässigkeit). Das Ziel: Bereiche mit hoher Nachfrage und geringer Wettbewerbsdichte identifizieren und diesen Raum durch Marketing-Positionierung besetzen.
So erstellt man eine effektive Perceptual Map:
- Zielkund:innen zur relativen Wichtigkeit von sechs bis acht Attributen befragen
- Die Kund:innen bitten, relevante Wettbewerber:innen auf denselben Attributen zu bewerten
- Die Ergebnisse visualisieren
- Nach Clustern suchen (überfüllte Räume, die man meiden sollte) und Lücken identifizieren (unterversorgte Positionen, die besetzt werden können)