Wenn Reisende einen KI-Assistenten nach einem familienfreundlichen Hotel in Spanien fragen, stützt sich die Antwort auf einen Mix aus Quellen, noch bevor jemand die Website eines Anbieters besucht. Welche Quellen diese Antworten prägen und welche Marken dabei auftauchen, ist für Unternehmen aus Reise und Gastgewerbe deshalb eine relevante Frage. Peak Ace hat dafür 1.000 standardisierte Prompts aus zehn Branchen analysiert. Dieser Artikel stellt die Befunde für Reise und Gastgewerbe vor und ordnet sie in den Kontext des gesamten Benchmarks ein.
Hinweis: Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem LLM Industry Benchmark. Die vollständigen Analysen, einschließlich der Ergebnisse für jede einzelne Branche, finden sich im Benchmark selbst.
Auf einen Blick:
- Im Benchmark führen Vergleichsformate bei drei von vier Suchintentionen für Reise und Gastgewerbe.
- Bei Kriterien- und Beratungsfragen liegen How-to-Guides vorne.
- Kategorieseiten belegen in drei von vier Intentionen den zweiten Platz. Gebündelte Informationen zu Reisezielen und Unterkünften spielen damit eine größere Rolle als in vielen Antworten, die nur ein Format nutzen.
- Alle Befunde beziehen sich auf dieses Prompt Set, diesen Zeitraum und diesen Aufbau.
Methodik und Datenbasis
Die Befunde zu Reise und Gastgewerbe beruhen auf derselben Datenbasis wie der übergreifende Benchmark. Die folgenden Abschnitte beschreiben deren Struktur und die daraus abgeleiteten Kernzahlen.
Prompt Set und Aufbau: Das Prompt Set umfasst 1.000 standardisierte Bottom-of-Funnel-Prompts, mit je 100 kommerziell relevanten Prompts pro Branche, verteilt auf zehn Themencluster. Die Prompts sind markenneutral und auf Kauf- und Buchungsentscheidungen ausgerichtet.
Search Intent: Jede Branche umfasst vier Suchintentionen mit je 25 Prompts:
- Best/Top/Test Winner: Empfehlungsfragen, etwa „Welches Hotel eignet sich am besten für einen Familienurlaub in …?“
- Vergleiche: Gegenüberstellungen, etwa „Welches ist besser, A oder B?“
- Preise/Wo buchen: Fragen nach Kosten und Buchungsquellen, etwa „Wo kann ich … buchen und vergleichen?“
- Kriterien/Beratung: Fragen nach Auswahlkriterien, etwa „Worauf sollte ich achten, wenn …?“
Markt, Sprache und Zeitraum: Die Prompts liegen auf Deutsch vor und sind auf den deutschen Markt ausgerichtet. Die Antworten wurden vom 1. bis 31. August 2026 ausgewertet.
Systeme und Wiederholungen: Beobachtet wurden Gemini, ChatGPT und Google AI Overviews. Jeder Prompt wurde 15-mal ausgeführt, je fünfmal pro System. Einzelne Antworten gelten als Stichproben, sodass sich Schwankungen besser einordnen lassen.
Datenquelle: Die Daten stammen aus Exporten von Peec AI. Pro Branche wurden 50 Marken beobachtet, der Bericht konzentriert sich auf die 20 Marken mit der höchsten Visibility.
Kennzahlen:
- Visibility: Zeigt, wie häufig eine Entität in den Antworten auf das Prompt Set erscheint.
- Share of Voice (SOV): Beschreibt den Anteil einer Entität an allen Erwähnungen im beobachteten Datensatz.
- Sentiment: Bewertet den Tonfall der Antworten auf einer Skala von 0 bis 100.
- Retrieval: Bedeutet, dass eine Quelle abgerufen wurde, um eine Antwort zu informieren. Das heißt nicht automatisch, dass die Quelle auch zitiert wurde.
Suchintentionen und Quellenmuster in Reise und Gastgewerbe
Die Suchintention scheint zu beeinflussen, welche Quellenart eine Antwort prägt. Reise und Gastgewerbe folgt bei allen vier Intentionen dem branchenübergreifenden Muster, wobei sich die Reihenfolge der Formate in einigen Listen unterscheidet.
Die Tabelle zeigt die führenden Quellentypen pro Intention für den Sektor in absteigender Reihenfolge:
| Intention | Führende Quellentypen in Reise und Gastgewerbe (absteigend) | Führender Typ branchenübergreifend, Anteil am Retrieval |
|---|---|---|
| Best/Top/Test Winner | Vergleich; Kategorieseite; Listicle; How-to-Guide | Vergleich 28,31 Prozent |
| Vergleiche | Vergleich; Artikel; Produktseite; Listicle | Vergleich 32,65 Prozent |
| Kriterien/Beratung | How-to-Guide; Kategorieseite; Artikel; Listicle | How-to-Guide 22,33 Prozent |
| Preise/Wo buchen | Vergleich; Kategorieseite; How-to-Guide; Listicle | Vergleich 22,64 Prozent |
Die branchenübergreifenden Anteile beschreiben den gesamten Retrieval-Mix und nicht Anteile, die spezifisch für Reise und Gastgewerbe gelten. Der Benchmark veröffentlicht für jeden Sektor die Reihenfolge der führenden Quellentypen, nicht deren einzelne Retrieval-Anteile. „Sonstige“ ist eine Restkategorie und kein eigenes Format.
Vier Muster stechen in den Daten zu Reise und Gastgewerbe hervor:
- Vergleiche führen bei drei von vier Intentionen. Sie tauchen nicht nur in expliziten „A oder B“-Fragen auf, sondern auch in Empfehlungs- und Preisfragen.
- Kategorieseiten belegen in drei Listen den zweiten Platz. Empfehlungs-, Beratungs- und Preisfragen greifen auf Seiten zurück, die Reiseziele und Unterkunftsoptionen bündeln.
- How-to-Guides führen bei Beratungsfragen. Sie erscheinen auch in Empfehlungs- und Preislisten, was darauf hindeutet, dass Planungshilfe die Bewertung von Optionen ergänzt.
- Listicles tauchen in allen vier Listen auf, führen aber keine. Rankings gehören zum Mix, dominieren in diesem Sektor jedoch keine Intention.
Das Muster ist nicht über alle Branchen hinweg gültig. Das deutet darauf hin, dass die relevanten Formate von der Entscheidung abhängen, die Reisende treffen. Der Sektor dient daher vor allem als Ausgangspunkt für die Analyse.
Reise und Gastgewerbe im Kontext
Für den Sektor weist der Benchmark die folgenden Snapshot-Werte aus, verglichen mit dem Durchschnitt aller zehn Branchen:
| Kennzahl | Reise und Gastgewerbe | Durchschnitt aller zehn Branchen |
|---|---|---|
| Visibility | 4,45 Prozent | 6,94 Prozent |
| Share of Voice (SOV) | 3,40 Prozent | 3,72 Prozent |
| Sentiment (0 bis 100) | 55,1 | 54,58 |
Die Konzentrationswerte beschreiben, wie sich Erwähnungen innerhalb der Top 20 des Sektors verteilen. Der HHI für Reise und Gastgewerbe liegt bei 692, der Top-3-Anteil bei 34 Prozent. Das heißt: Rund ein Drittel des normalisierten SOV der Top 20 entfällt auf drei Entitäten, während 66 Prozent auf die übrigen Entitäten verteilt sind. Dies deutet auf eine vergleichsweise breite Verteilung der Erwähnungen in diesem Setup hin. Die Kennzahlen basieren auf normalisierten SOV-Anteilen und sind keine Marktanteile.
Sentiment beschreibt den Tonfall der Antworten im Datensatz. Es handelt sich nicht um eine Bewertung der Qualität eines Reiseerlebnisses, der Reputation eines Anbieters oder der tatsächlichen Kundenzufriedenheit.
Welche Entitäten erscheinen am häufigsten?
In diesem Prompt Set zählen Booking.com (10 Prozent Visibility), Google Maps (8 Prozent) und TUI (8 Prozent) im Beobachtungszeitraum zu den drei Entitäten mit der höchsten Visibility. Dies ist eine Momentaufnahme des Benchmark-Datensatzes und kein Ranking von Markenstärke oder Marktführerschaft.
Diese drei Entitäten erfüllen unterschiedliche Aufgaben in einer Reiseentscheidung. Booking.com passt zu Fragen nach Unterkünften, Google Maps zur standortbezogenen Orientierung und TUI zu Pauschalreisen. Dass Plattformen neben Reiseanbietern auftauchen, deutet darauf hin, dass kommerzielle Fragen mehr umfassen als die Auswahl eines einzelnen Hotels.
Was das für GEO und Digital PR bedeutet
Die Daten zeigen einen Trend: Je nach Intention greifen Antworten in diesem Sektor auf unterschiedliche Quellenarten zurück. Ziel ist nicht, überall sichtbar zu sein, sondern zu verstehen, welche Fragen eine Marke gut beantworten kann und wo Sichtbarkeit einen Nutzen hat. Unsere Ergebnisse liefern Hinweise für folgende Prioritäten:
- Antworttypen getrennt behandeln. Ein Vergleich sollte die Eignung zusammen mit Vor- und Nachteilen erklären. Ein Guide sollte die Kriterien für eine Reise klären. Eine Kategorieseite sollte sinnvolle Unterscheidungen zwischen Optionen bieten, statt nur als Weg zu einzelnen Angeboten zu dienen.
- Informationen über alle Quellen hinweg konsistent halten. Standort, Unterkunftsmerkmale, Leistungsumfang und Buchungsbedingungen sollten auf eurer Website, in Vergleichen und in Drittanbieter-Einträgen übereinstimmen. Widersprüche können das Risiko ungenauer oder veralteter Aussagen in generierten Antworten erhöhen.
- Kriterien mit passenden Angeboten verknüpfen. How-to-Guides führen bei Beratungsfragen. Auswahlkriterien lassen sich klar erklären und mit passenden Unterkunfts- oder Reiseangeboten verbinden, sodass Beratung und Angebot nicht auseinanderlaufen.
- Digital PR priorisieren. Vergleichs- und redaktionelle Quellen tauchen häufig im Retrieval-Mix auf. Ermittelt die wichtigsten Drittquellen pro Intention, Reiseziel, Reisendenprofil oder Urlaubsart und prüft, welche Informationen sie über eure Marke enthalten. Nicht jede Publikation ist gleichermaßen relevant.
- Jede Reiseaufgabe separat bewerten. Fragen zu einem Hotel, einer Buchungsplattform und einem Pauschalreiseanbieter stehen für unterschiedliche Entscheidungen und brauchen unterschiedliche Fragenkataloge.
- Monitoring als laufende Aufgabe begreifen. Markenerwähnungen und abgerufene Quellen lassen sich getrennt beobachten, idealerweise mit einem gleichbleibenden Prompt Set. Die Analyse nach Intention und System ergänzt klassische Such- und Buchungskennzahlen.
Expert-Tipp: Gordon Herenz, Team Lead Content Strategy & Digital PR bei Peak Ace, empfiehlt eine ganzheitliche Content-Strategie. Baut Vergleichs- und Listenformate dort auf, wo sie sinnvoll sind, bemüht euch um Platzierungen in relevanten Rankings und Listicles und stärkt die zitierfähige Autorität auf unabhängigen Drittquellen durch konsequente Digital PR.
Grenzen der Aussagekraft
Die Ergebnisse gelten nur für dieses Prompt Set, diesen Zeitraum und diesen Aufbau. Sie stellen keine vollständige Messung der Sichtbarkeit des Sektors oder einer Marke in KI-Systemen dar. Zu beachten sind insbesondere die folgenden Punkte:
- Das Prompt Set prägt das Ergebnis. Andere Fragen oder Formulierungen können zu anderen Antworten führen.
- Einzelne Antworten sind Stichproben. Kleine Unterschiede sollten nicht überinterpretiert werden.
- Drei Systeme sind nicht ein System. Gemini, ChatGPT und Google AI Overviews lassen sich nicht gleichsetzen, und die Muster können je nach System abweichen.
- Retrieval ist keine Zitation. Eine abgerufene Quelle erscheint nicht zwingend als Zitat in der finalen Antwort, und die Präsenz einer Marke in einer Quelle führt nicht automatisch zu einer Markenerwähnung.
- Modellwissen und Suche sind nicht getrennt. Deshalb lassen sich aus dem Quellenmix keine kausalen Mechanismen ableiten.
- Dialog und Personalisierung fehlen. Typische Buchungssituationen lassen sich auf dieser Grundlage nicht verlässlich beschreiben.
- Sentiment ist keine Qualitätsbewertung. Es beschreibt den Tonfall der Antworten, nicht die tatsächliche Zufriedenheit von Reisenden.
Den vollständigen Benchmark lesen
Dieser Artikel ist ein Auszug. Der vollständige LLM Industry Benchmark enthält unter anderem:
- Den Quellenmix für jede der zehn Branchen und alle vier Intentionstypen
- Visibility, SOV und Sentiment innerhalb des Benchmarks
- HHI und Top-3-Anteil innerhalb der Top 20 jeder Branche
- Die führenden beobachteten Entitäten pro Branche
- Die branchenübergreifenden Anteile der Quellentypen
- Die Branchen-Scorecards und die vollständige Methodik
Den vollständigen LLM Industry Benchmark herunterladen.
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FAQ: Reise und Gastgewerbe in LLMs
Wie sichtbar sind Marken aus Reise und Gastgewerbe in KI-Systemen?
Eine einzelne, systemübergreifende Sichtbarkeitszahl lässt sich nicht verlässlich beziffern, da es keine einheitliche und vollständige Messmethodik über alle Modelle, Märkte, Prompts und Zeitpunkte hinweg gibt. In unserem Benchmark erreicht Reise und Gastgewerbe für dieses Prompt Set eine durchschnittliche Visibility von 4,45 Prozent, aggregiert über Gemini, ChatGPT und Google AI Overviews.
Welche Marken aus Reise und Gastgewerbe erscheinen am häufigsten?
In unserem Benchmark erscheinen Booking.com, Google Maps und TUI in diesem Prompt Set und Zeitraum am häufigsten. Diese Ergebnisse beschreiben den beobachteten Datensatz und nicht, wer insgesamt am sichtbarsten ist.
Welche Quellen nutzen LLMs für Reisefragen?
In unserem Benchmark führen Vergleichsformate bei Empfehlungs-, Vergleichs- und Preisfragen, während How-to-Guides bei Beratungsfragen vorne liegen. Kategorieseiten belegen in drei von vier Listen den zweiten Platz. Dies gilt nur für das untersuchte Prompt Set und den Zeitraum.
Hängt die KI-Sichtbarkeit allein von der eigenen Website ab?
Vergleiche, Artikel, Guides, Kategorieseiten und andere Drittformate spielen eine erhebliche Rolle. Es lohnt sich daher, konkrete URLs zu prüfen und die eigenen Inhalte von relevanten Drittquellen zu trennen.
Ist Retrieval dasselbe wie eine Zitation?
Retrieval bedeutet, dass eine Quelle abgerufen wurde. Das heißt nicht automatisch, dass sie in der finalen Antwort zitiert wird oder dass die Marke erwähnt wird.
Wie können Reisemarken prüfen, ob ihre Maßnahmen wirken?
In drei Schritten: mit einem Audit von Quellen und Inhalten, einer Prüfung der Aktualität und Konsistenz zentraler Informationen und anschließend einer erneuten Messung mit denselben Testfragen unter gleichen Bedingungen.
Was ist eine GEO-Strategie?
Generative Engine Optimization (GEO) verbindet SEO, Content, Digital PR und Monitoring, um die Sichtbarkeit in KI-generierten Antworten zu verbessern. Maßnahmen lassen sich am wirksamsten nach den Fragen priorisieren, die eine Zielgruppe stellt, und nach den Quellen, auf die sie sich stützt.