KI im Digital Marketing – Ein Wandel der Spielregeln
Künstliche Intelligenz verändert kontinuierlich, wie Marketer:innen Sichtbarkeit aufbauen, Markenautorität stärken und Zielgruppen erreichen. Lange Zeit bedeutete Erfolg für Marken vor allem eines: SEO, Backlinks sammeln und Rankings verbessern. Heute hat sich das Spiel grundlegend verändert. Mit der Einführung von AI Overviews und Large Language Models (LLMs) wie ChatGPT, die zunehmend beeinflussen, wie Nutzer:innen Marken tatsächlich wahrnehmen, kommt eine alte Disziplin wieder mehr ins Blickfeld der Marketer:innen. Digital PR. Heute ist sie heute eine der zentralen Säulen des KI-getriebenen Marketings.
„Wir erleben, dass immer mehr Kund:innen und Marketer:innen Unterstützung dabei suchen, innerhalb von LLMs sichtbar zu bleiben. Ein besonders wirksamer Hebel dafür ist Digital PR. Sie schafft Vertrauen, erzeugt Aufmerksamkeit über die eigene Website hinaus und generiert hochwertige Erwähnungen und Backlinks. Was früher klassischer Linkaufbau war, hat sich zu einer eigenständigen Disziplin entwickelt, mit Fokus auf exzellente Inhalte, Markenbekanntheit, Thought Leadership und strategische Sichtbarkeit auf starken Domains. Das stärkt die organische Sichtbarkeit sowohl off-page als auch on-page. Heute gehen wir noch einen Schritt weiter: Da LLMs Inhalte lesen und bewerten, ist Digital PR, kombiniert mit den richtigen technischen Maßnahmen und einer klaren Content-Struktur, zu einem entscheidenden Treiber für Sichtbarkeit innerhalb von LLMs geworden.“
Sarah Weingarten, Lead Marketing & Communications bei Peak Ace AG
Die KI-getriebene Renaissance der Digital PR
Was früher als unterstützende Disziplin zum Aufbau von hochwertigen Backlink-Profilen und des Markenaufbaus galt, steht heute im Zentrum von KI-getriebenen Marketing-Initiativen. Da Suche und Discovery zunehmend von Sprachmodellen geprägt werden, reicht es nicht mehr aus, nur die eigene Website zu optimieren. Marken müssen dort präsent sein, wo LLMs „lesen“: in vertrauenswürdigen Publikationen, in autoritativen Quellen und eben auch konsisten in Erwähnungen im gesamten WWW. Diese Entwicklung führt zu dem, was viele inzwischen als LLMO (Large Language Model Optimisation) bezeichnen – eine Weiterentwicklung des klassischen SEO mit dem Ziel, Marken innerhalb der Trainings- und Referenzdaten von KI-Systemen sichtbar, relevant und glaubwürdig zu machen.
„Digital PR erlebt ein enormes Comeback. Im Zeitalter KI-gestützter Suche wird Glaubwürdigkeit durch Platzierungen (Erwähnungen und Backlinks) in etablierten Medien aufgebaut – Medien, die entweder gar nicht oder nur zu sehr hohen Preisen zugänglich sind. Da Konsument:innen zunehmend KI für Kaufentscheidungen nutzen, gewinnen führende Marken an Sichtbarkeit, indem sie sich Erwähnungen in von KI vertrauten Quellen sichern und sich als thematische Expert:innen positionieren. Markenerwähnungen sind die neue Währung und Digital PR ist der Zugang dazu.“
Gordon Herenz – Expert Lead Content Marketing & Strategy, Peak Ace
Was bedeutet das konkret für euch?
Digital PR bedeutet: Ihr müsst zeigen, dass eure eigene Marke eine vertrauenswürdige Quelle für euer Themenfeld ist. Erwähnungen, Zitate und Referenzen haben im LLM-Kontext eine ähnliche Bedeutung wie Backlinks im klassischen SEO. Dadurch sind Digital PR, Branding und SEO zu einem neuen strategischen Ansatz zusammengewachsen – häufig als GEO bezeichnet – der Sichtbarkeit jenseits der klassischen SERPs priorisiert.
Die drei Kernprinzipien einer erfolgreichen Digital-PR-Strategie bleiben dabei unverändert:
- Starkes Storytelling
- Konsistente Markenstimme
- Vertrauenswürdige Inhalte
Die veränderte Suche erfordert ein paar gezielte Anpassungen, um Digital PR KI-ready zu machen. Unsere wichtigsten Ansätze, um mit PR-Inhalten in KI-Systemen sichtbar zu werden:
- „Mention-reiche“ Berichterstattung gezielt aufbauen
- Priorisiert Geschichten, in denen eure Marke in Überschriften, Subheads, Bildunterschriften und im Fließtext erscheint, nicht nur im Boilerplate
- Platziert Markennennungen und thematische Keywords gezielt im Anchor-Text und im umgebenden Content
- Diversifiziert eure Content-Formate: Gastbeiträge, Expert:innen-Roundups, Interviews, Podcasts (inkl. Transkripten) und YouTube-Formate (YouTube-Erwähnungen sind aktuell stärkere Prädiktoren für KI-Sichtbarkeit als reine Web-Mentions)
- Reviews und UGC mit PR verzahnen
- Kombiniert PR-Kampagnen mit Bewertungsinitiativen auf Plattformen, die von KI regelmäßig ausgewertet werden (z. B. Branchen-Review-Seiten, G2-/Capterra-ähnliche Plattformen, Google Reviews)
- Nutzt Earned-Media-Erfolge als Social Proof in E-Mail- und CRM-Kommunikation, um weitere Reviews auszulösen
- Verwendet Review-Insights wiederum als Ansatzpunkte für neue PR-Stories – so entsteht ein nachhaltiger „Visibility Loop“
- Berichterstattung maschinenlesbar machen
- Stellt sicher, dass eure Website über sauberes Entity-Markup verfügt (Organisation, Produkt, Person, FAQ, How-To)
- Stimmt PR-Landingpages inhaltlich exakt auf die Fakten ab, die auch in Presseartikeln erscheinen
- Ermutigt Publisher, strukturierte Daten (Article, Review, Event, Product) und konsistente Namensgebung für Marke und Schlüsselpersonen zu nutzen
- Pflegt eine kanonische „Über uns“- und „Fakten“-Sektion, auf die Medien referenzieren können, um faktische Abweichungen zu minimieren
- Für reale KI-Prompts optimieren
- Analysiert die Fragen eurer Zielgruppe („beste B2B-SEO-Agentur Deutschland“, „Digital-PR-Agentur für SaaS“) und entwickelt PR-Stories, die diese explizit beantworten
- Sichert euch Platzierungen in „Best-of“-Listen, „Top-X-Tools“-Artikeln und Vergleichsformaten, die von LLMs häufig zitiert werden
- Arbeitet gezielt mit YouTube-Creator:innen und Podcast-Hosts, die diese Suchanfragen ebenfalls adressieren
Welche KPIs sind jetzt entscheidend?
Die Erfolgsmessung von Digital PR verändert sich im KI-Zeitalter deutlich. Klassische KPIs wie Anzahl gebrandeter Erwähnungen, Brand-Anchors oder Brand Search Volume bleiben relevant. KI im Digital Marketing fügt jedoch eine neue Dimension der Performance-Messung hinzu. Wichtige KPIs sind unter anderem:
- Präsenz in AI Overviews
Anzahl der Suchanfragen, bei denen eure Marke in Google AI Overviews erscheint, sowie die Entwicklung dieser Erwähnungen über die Zeit. Mit dem kostenlosen LLM Traffic Dashboard von Peak Ace lässt sich messen, wie viel Traffic durch KI generiert wird. - Präsenz in weiteren KI-Assistenten
Anteil und Anzahl der Prompts, in denen eure Marke in Antworten von ChatGPT, Gemini, Perplexity oder Bing Copilot genannt wird. - Brand Share of Voice in KI-Antworten
Prozentsatz der KI-Antworten in eurem Themenfeld, die eure Marke im Vergleich zu Wettbewerber:innen erwähnen. - Position und Rolle in KI-Antworten
Werdet ihr als primäre Empfehlung genannt, als eine von mehreren Optionen oder nur am Rande?
Trackt den Anteil an Antworten mit Lead- vs. Secondary-Position. - Sentiment der KI-Erwähnungen
Tonalität (positiv/neutral/negativ) und ob KI-Systeme eure Stärken hervorheben oder potenzielle Risiken nennen.
Kurz gesagt: KI-Sichtbarkeit beginnt mit Digital PR
KI im Digital Marketing hat grundlegend verändert, wie Marken Sichtbarkeit aufbauen. Während künstliche Intelligenz Suche, Discovery und Empfehlungen neu definiert, reicht es nicht mehr aus, Inhalte ausschließlich für klassische SERP-Rankings zu optimieren. Marken, die im KI-First-Zeitalter erfolgreich sein wollen, müssen dort sichtbar sein, wo KI nach Antworten sucht: in vertrauenswürdigen Medien, durch autoritative Erwähnungen, Expert:innenzitate, Reviews und konsistente Markensignale im gesamten Web. In einem Umfeld, das von KI im Digital Marketing geprägt ist, ist Digital PR zu einem strategischen Must-have geworden. Sie schafft Glaubwürdigkeit, baut Autorität auf und liefert genau die Signale, auf die KI-Systeme bei Empfehlungen angewiesen sind. Wenn Storytelling, Konsistenz und Vertrauen zusammenkommen, wird Digital PR zur Brücke zwischen klassischem SEO, moderner KI-Sichtbarkeit und nachhaltigem Markenwachstum.
Kurzum: Content ist weiterhin King – aber Glaubwürdigkeit ist die Krone.
Marken, die Digital PR als festen Bestandteil ihrer KI-Marketing-Strategie etablieren, werden nicht nur gefunden, sondern von Menschen und Maschinen erkannt, empfohlen und erinnert.
Lust auf mehr?
Unser praxisnaher Leitfaden zur LLM-Optimierung zeigt Schritt für Schritt, wie Inhalte für KI-gestützte Suche optimiert werden können. Lernt unter anderem:
- Wie Inhalte strukturiert werden müssen, damit LLMs sie als verlässliche Quelle erkennen
- Die zentralen Unterschiede zwischen SEO und LLM-Optimierung
- Technische Best Practices, inklusive strukturierter Daten und API-Integration
- Praktische Tools und Methoden zur Steigerung der Sichtbarkeit in KI-Systemen
- Eine Schritt-für-Schritt-Roadmap zur Zukunftssicherung eurer Content-Strategie