Your Browser Does Not Support JavaScript. Please Update Your Browser and reload page. Have a nice day! Experteninterview – KI in SEO: Was sich geändert hat few
  • KI
  • SEO
04.05.2026

Expertinnen-Interview – KI im SEO: Was sich verändert, was funktioniert und was nur Hype ist

ExpertinnenInsights zu KI im SEO: Interview mit Senior SEO Consultant Jana Fiedler 

 

SEO wird durch KI nicht irrelevant – aber es wird neu geformt. Da AI Overviews und LLM-getriebene Discovery Teil des alltäglichen Suchverhaltens werden, verschiebt sich die Arbeit von „nur ranken“ hin dazu, Sichtbarkeit, Glaubwürdigkeit und Zitierungen in einem breiteren Set an Sucherlebnissen zu verdienen. Genau deshalb hat sich Peak Ace mit Senior SEO Consultant Jana Fiedler zusammengesetzt, um einen klaren Blick darauf zu bekommen, was sich wirklich verändert hat: wo KI im SEO heute bereits die Performance verbessert, wo es größtenteils Hype ist, und wie das Team KI-gestützte SEO-Tools mit echten Daten nutzt, um die Opportunities mit dem höchsten Impact zu finden. 

In diesem Interview erklärt Jana, wie ein KI-unterstütztes SEO-Audit in den ersten 30–60 Tagen aussieht, wie Peak Ace mit festen Leitplanken Qualität und Vertrauen aufrechterhält und was Marketing-Teams in den nächsten 6–12 Monaten priorisieren sollten. 

Spoiler: SEO-Grundlagen sind weiterhin wichtig, aber sie müssen härter, schneller und an mehr Stellen denn je arbeiten. 

  

KI im SEO – Realität vs. Hype

Q: Wo verbessert KI die SEO-Performance aktuell wirklich (nicht nur, indem sie das Schreiben beschleunigt) und wo ist es größtenteils Hype? 

Für mich liegt der echte Wert von KI im SEO in einem Bereich, der oft unterschätzt wird: Datenanalyse. SEO war schon immer eine datengetriebene Disziplin, egal, ob es darum geht, Sichtbarkeits- und Traffic-Trends zu identifizieren, Snippets für eine bessere CTR zu optimieren oder A/B-Tests auf Landingpages durchzuführen, um das on-page Engagement zu steigern. Was sich fundamental verändert hat, ist die Geschwindigkeit und Tiefe, mit der das heute möglich ist. Korrelationen, die früher Stunden oder sogar Tage gebraucht haben, um sichtbar zu werden, lassen sich mit den richtigen KI-gestützten Tools in Minuten aufdecken und das wirkt sich direkt auf die Qualität der Entscheidungen aus, die wir für unsere Kund:innen treffen. 

Die Angst hingegen, dass traditionelle Suchkanäle durch LLM-Tools wie ChatGPT oder Perplexity verdrängt werden, ist aktuell deutlich größer als die tatsächliche Realität, denn die Year-over-Year-Verschiebung ist statistisch vernachlässigbar und liegt bei unter einem Prozent. Laut einer SparkToro-Studie (August 2025) nutzen ungefähr 95 % der User weiterhin regelmäßig traditionelle Suchmaschinen. 

  

Q: Wenn du ein neues Client-Account übernimmst, wie sehen deine ersten 30–60 Tage eines „KI-unterstützten SEO-Audits“ aus und welche Outputs können Kund:innen erwarten? 

Die ersten 30–60 Tage drehen sich darum, eine solide, datengetriebene Grundlage aufzubauen und genau hier macht unser proprietäres KI-unterstütztes Tooling einen messbaren Unterschied. 

Keyword-Strategie & Content-Cluster-Analyse 

Einer der frühesten und wirkungsvollsten Schritte ist es, die Themenlandschaft zu verstehen, in der sich der oder die Kund:in bewegt. Unsere proprietären Tools sind hier besonders stark: Sie identifizieren schnell, welche Themen eine signifikante SERP-Overlap haben und wo mehrere Content-Pieces um dieselben Queries konkurrieren – entweder innerhalb der eigenen Website (Kannibalisierung) oder im Vergleich zu Wettbewerbern. Indem die Analyse komplexer Datensets deutlich vereinfacht wird, ermöglichen diese Tools unserem Team, schneller und präziser Schlussfolgerungen zu ziehen und dadurch bereits ab Tag 1 schärfere, besser umsetzbare Empfehlungen zu liefern. 

Technisches Audit & umsetzbare Roadmap 

Auf technischer Seite nutzen wir die Integration von KI-Tools mit Crawlern wie Screaming Frog, der mittlerweile AI-Provider-Integrationen (OpenAI, Gemini, Anthropic) direkt im Crawl-Workflow nativ unterstützt. Damit gehen wir weit über reine Issue Detection hinaus. Statt einem oder einer Kund:in eine rohe Liste an Crawl-Errors zu übergeben, nutzen wir KI, um Daten aus mehreren Quellen wie dem Crawler, der Google Search Console, Analytics und PageSpeed Insights zusammenzuführen und zu kontextualisieren. 

Am Ende der ersten 30–60 Tage erhalten Kund:innen: 

  • Eine umfassende Keyword- und Topic-Cluster-Map mit SERP-Overlap-Analyse 
  • Ein Content-Audit mit klarer Performance-Kategorisierung (optimieren, konsolidieren, erstellen, einstellen) 
  • Einen technischen SEO-Audit-Report mit priorisiertem, KI-gestütztem Action-Plan 
  • Einen Content-Gap-Report, gebenchmarkt gegen zentrale Wettbewerber 
  • Ein Set an Quick Wins – wie z. B. Meta-Data-Verbesserungen, fehlende ALT-Texte und Internal-Linking-Opportunities – die sofort umgesetzt werden können 

Der entscheidende Unterschied ist nicht, dass KI strategisches Denken ersetzt, sondern dass sie die manuellen Bottlenecks entfernt, die die Audit-Phase traditionell ausgebremst haben. So kann unser Team mehr Zeit in Interpretation, Empfehlungen und Kund:innen-Impact investieren. 

  

Wie Peak Ace KI im SEO nutzt

Q: Wie nutzt ihr KI mit echten Daten (z. B. Google Search Console, Analytics, Crawl-Daten, Logfiles), um die Opportunities mit dem höchsten Impact zu finden und falsche Schlussfolgerungen zu vermeiden? 

Wir nutzen KI in erster Linie dafür, diese Datenquellen zusammenzubringen und große Datenmengen effizient zu analysieren. Dadurch können wir Aufgaben wie CTR-Opportunity-Analysen und Keyword-Clustering viel schneller und in größerem Umfang lösen – unterstützt durch unsere eigenen Tools und Workflows. Über reine Analyse hinaus arbeiten wir kontinuierlich daran, KI zu nutzen, um strategische Empfehlungen direkt zu generieren. Das ist ein Bereich, in dem wir bereits vielversprechende Ergebnisse gesehen haben. 

Gleichzeitig bleiben Expert:innenurteile essenziell. Unser Team prüft und validiert jeden KI-generierten Output sorgfältig, um sicherzustellen, dass die Schlussfolgerungen korrekt, gut begründet und wirklich umsetzbar sind. Dank unserer langjährigen Erfahrung über verschiedene Business-Modelle und Website-Typen hinweg können wir die Opportunities mit dem höchsten Impact zuverlässig identifizieren und gleichzeitig das Risiko minimieren, falsche Schlussfolgerungen zu ziehen. 

  

Q: Wie stellt ihr sicher, dass KI-unterstützter Content weiterhin Googles E-E-A-T entspricht, zum Search Intent passt und sich bedeutungsvoll vom Wettbewerb unterscheidet? 

Um sicherzustellen, dass KI-unterstützter Content einzigartig bleibt, SEO-Qualitätsstandards (EEAT) erfüllt und zum Search Intent passt, starten wir mit einer robusten Keyword- und Intent-Strategie. Dieser Schritt ist essenziell, denn er definiert, welche Themen wir abdecken, für wen und mit welchem Zweck, sodass Content entsteht, der einen klaren User-Need erfüllt. 

Von hier aus entsteht jedes KI-unterstützte Piece innerhalb eines strukturierten Workflows: 

  • Strategisches Keyword- + Intent-Mapping: Wir clustern Keywords und übersetzen sie in einen Content-Plan, der Intents klar trennt (informational, commercial, transactional) und Overlap / Kannibalisierung vermeidet. 
  • Detailliertes Content-Briefing vor dem Schreiben: Jeder Text erhält ein detailliertes Briefing, das Folgendes festlegt: 
  • Primärer Intent und User-Fragen die beantwortet werden müssen 
  • Angle und Differenzierungsmerkmale vs. bestehende SERP-Competitors 
  • Benötigte Evidence-Elemente (Beispiele, Definitionen, Step-by-Step-Guidance, FAQs) 
  • Brand-spezifische Expertise, die integriert werden soll (Prozesse, Frameworks, Real-World-Learnings) 
  • Fokus auf Uniqueness und „Helpfulness“: Das Briefing ist explizit darauf ausgelegt, sicherzustellen, dass der Content etwas Neues ergänzt – also komplementär zu dem ist, was online bereits existiert, statt den Wettbewerb zu rephrasen. Das reduziert Duplication-Risiken und unterstützt hilfreichen, originellen Content. 
  • Human Review für EEAT-Signale: Danach schärfen wir den Content, um EEAT zu stärken – z. B. durch klare Autor:innenschaft / Ownership, korrekte Claims, glaubwürdige Referenzen wo sinnvoll und einen Ton, der echte Expertise und Erfahrung widerspiegelt. 

Diese Kombination aus Strategy-first-Planung, starken Briefings und Expert Reviews sorgt dafür, dass KI die Effizienz erhöht, während der finale Output weiterhin den Intent matcht, differenziert ist und Googles EEAT-Grundvoraussetzungen entspricht. 

  

Wie Marketer KI im SEO managen sollten 

Q: Wenn AI Overviews SERPs verändern, wofür sollten Businesses jetzt optimieren: Rankings, Klicks, Sichtbarkeit, Brand Demand, und wie messt ihr Erfolg? 

AI Overviews reduzieren häufig Klicks, besonders bei informational Queries, weil User Antworten direkt durch die SERPs bekommen. Das heißt nicht, dass diese Queries nicht mehr wertvoll sind. Das Ziel verschiebt sich von „den Klick gewinnen“ zu „Teil der Antwort sein“. Businesses sollten darauf optimieren, als Quelle zitiert zu werden, prominent zu erscheinen und dass die eigene Brand in KI-generierten Antworten erwähnt wird. 

In der Praxis empfehlen wir, über mehrere Ebenen hinweg zu optimieren: 

  • Sichtbarkeit und Presence in KI-Resultaten (referenziert / zitiert werden, erwähnt werden und für relevante Prompts gesurfaced zu werden) 
  • Brand Demand und Trust (damit User aktiv nach der Brand suchen, auch wenn Klicks auf generische informational Queries sinken) 
  • Klicks und Rankings, wo sie weiterhin zählen (insbesondere bei commercial Queries und High-Intent-Stages) 

Wie wir Erfolg messen 

Da traditionelle click-basierte KPIs für informational Topics weniger zuverlässig werden können, erweitern wir das Measurement um: 

  • Impressions und allgemeine Visibility-Trends (z. B. aus Google Search Console) 
  • Brand Mentions in KI-Antworten und die Frequency of Appearance 
  • Source Usage / Citations (wie oft Brand-Content genutzt oder als Basis für eine KI-Antwort referenziert wird) 
  • LLM-Visibility und Share of Voice über ein definiertes, relevantes Prompt-Set (also der Prozentsatz an KI-Antworten, in denen die Brand im Vergleich zu Key Competitors auftaucht) 
  • Sentiment der KI-Mentions (ob die Brand positiv, neutral oder negativ beschrieben wird) 

Nach der Analyse setzen wir gezielt Maßnahmen um, die auf die oben genannten Parameter abzielen. Der Impact wird dann bewertet, indem Uplifts und Verbesserungen über Zeit getrackt werden, statt sich nur auf Klicks zu verlassen. 

  

Q: Was sind die größten Risiken, wenn Companies KI für SEO nutzen (Qualität, Duplication, Brand Trust, Compliance), und welche Guardrails setzt ihr? 

Die größten Risiken beim Einsatz von KI in SEO liegen typischerweise in der Content-Produktion, vor allem, wenn es um Quality Control geht. Ohne starke Prozesse kann KI-generierter Content generisch werden, nicht zur Brand Voice passen, faktisch unzuverlässig sein oder bestehenden Seiten zu ähnlich werden. Das erhöht das Risiko für Duplication Issues und schwachen User Value. Außerdem gibt es Compliance-Aspekte (z. B. Umgang mit sensiblen Daten, Sicherstellung korrekter Claims und Einhaltung interner / legaler Standards). 

  

Unsere Guardrails 

Damit KI skalierbar und gleichzeitig sicher ist, setzen wir ein klares Set an Schutzmechanismen ein: 

  • Gut durchdachte Templates und Briefing-Frameworks: KI performt am besten, wenn Prompts, Content-Strukturen und Source-Inputs von Anfang an sauber definiert sind. 
  • Verpflichtendes Human Editing und Proofreading: Jeder KI-generierte Text durchläuft ein redaktionelles Review zur Validierung von Fakten und Claims, zur Verbesserung von Klarheit und um die Sprache an den Corporate Tone of Voice anzupassen. 
  • Strategischer „Common Sense“-Review: Abschließend prüfen wir, ob der Content für Leser:innen tatsächlichen Mehrwert hat, korrekt priorisiert wurde und zum Search Intent sowie den Business Goals passt. 

Mit diesem Workflow lässt sich KI-unterstützter Content effizient und bei gleichzeitig geschützter Qualität und Brand Trust in großen Mengen produzieren. Ohne diese Guardrails steigt das Risiko von Qualitätsverlust (und damit negativer SEO- und Brand-Impact) deutlich. 

  

Q: Welche strategischen Veränderungen im SEO erwartest du in den kommenden 6 bis 12 Monaten – und welche Schritte sollten Unternehmen bereits jetzt einleiten? 

Die SEO-Landschaft verändert sich rasant, aber unsere Kernempfehlung ist klar: Jagd nicht auf Kosten der bestehenden SEO-Strategie jedem LLM-Trend hinterher. Die Grundlagen zählen weiterhin und wer sie zugunsten des neuesten Hypes vernachlässigt, zahlt langfristig deutlich mehr. 

Gleichzeitig bedeutet der Aufstieg KI-getriebener Search Experiences, dass Companies über traditionelles SEO hinausdenken und ganzheitlich für GEO, AEO, LLMO und SEO parallel optimieren müssen. Dafür muss die gesamte Web Presence als relevant betrachtet werden und nicht nur einzelne Landingpages. Eine einzelne Page mit Top-Rankings reicht nicht mehr aus, wenn der Rest der Website Autorität, Struktur und thematische Tiefe vermissen lässt. 

Unsere Empfehlung für die nächsten 6 bis 12 Monate ist, konsequent informiert zu bleiben, wohin sich Search entwickelt, aber bewusste, gut durchdachte Entscheidungen zu treffen, statt reaktiv zu handeln. Vermeidet Quick Fixes und baut stattdessen eine nachhaltige Optimierungsstrategie auf, die eure Brand als vertrauenswürdige, autoritative Quelle über alle Kanäle und Touchpoints hinweg positioniert – denn genau das belohnen sowohl klassische Suchmaschinen als auch KI-gestützte Systeme zunehmend. 

 

Expertinnenprofil: Senior SEO Consultant Jana Fiedler 

Jana Fiedler Portrait

Jana Fiedler ist Senior SEO Consultant bei Peak Ace. Mit mehr als 15 Jahren Erfahrung im Online-Marketing hat sie in der PR angefangen und sich in den letzten zehn Jahren auf SEO spezialisiert. 

In dieser Zeit hat Jana sowohl in-house als auch auf Agenturseite gearbeitet und dabei E-Commerce- und Affiliate-Businesses unterstützt. Außerdem hat sie unzählige internationale Kampagnen über E-Commerce, SaaS und die Travel-Branche hinweg geleitet. 

 

 

Lucas

ist Marketing- und Kommunikationsmanager bei Peak Ace. Er kam 2025 zum Unternehmen. Wenn er nicht für unseren Blog schreibt, beschäftigt sich Lucas gerne mit Literatur, verfasst Kurzgeschichten und widmet sich hin und wieder auch der Vogelbeobachtung.