Digital PR erlebt ein starkes Comeback, denn Brands müssen sich an die neue KI-Suchlandschaft anpassen. Der Grund? Was von KI gelesen wird, bestimmt, welche Brands empfohlen werden.
Mit dem Anstieg von Zero Click Searches und Zielgruppen, die zunehmend direkt in KI-Systemen suchen, geht es bei Digital PR längst nicht mehr nur um Backlinks und Medienberichterstattung. Es geht darum, die eigene Zielgruppe dort zu erreichen, wo sie sucht. Unser Blogpost erklärt, was genau das bedeutet und wie man konkret handeln kann um das alles zu erreichen.
Inhalt
- Warum erlebt Digital PR mit KI ein Comeback?
- Wie optimiert man Digital PR für KI?
- Wie werde ich häufiger von KI zitiert? Der 20-Outlets-Ansatz
- Welche Digital-PR-Content-Formate werden von KI zitiert?
- Wie überwache ich die KI-Sichtbarkeit? Messen, lernen, optimieren
- Fazit: Wie mache ich meine Digital-PR- und KI-Strategie zukunftssicher?
- FAQ: Digital PR und KI
Warum erlebt Digital PR mit KI ein Comeback?
Large Language Models (LLMs) wie ChatGPT, Gemini und Claude crawlen Websites nicht einfach so wie herkömmliche Suchmaschinen. Stattdessen rekonstruieren sie Antworten aus Quellen, die sie als glaubwürdig, aktuell und autoritativ einstufen und diese Quellen sind überwiegend Earned, nicht Owned.
Die Zahlen sprechen für sich:
- 94 Prozent der zitierten Links in LLM-Antworten sind unbezahlt
- 82 Prozent der Zitate stammen aus Earned Media
- 20 bis 30 Prozent der genutzten Quellen sind journalistisch und zuverlässig
Kurz gesagt: LLMs orientieren sich primär an unabhängigen Artikeln, Analysen und Interviews, also genau an der Art von Inhalten, die Digital PR erzeugt. Brands, die in digitale Public Relations investieren, bauen exakt die Drittanbieter-Glaubwürdigkeit auf, die KI-Systeme belohnen.
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Wie optimiert man Digital PR für KI?
Wie optimieren Brands also konkret für Earned und autoritative Quellen, die von LLMs bevorzugt werden? Hier kommt GEO ins Spiel. GEO (Generative Engine Optimisation) ist die Disziplin, die sicherstellt, dass eine Brand in KI-generierten Antworten erscheint. Anders als bei klassischem SEO geht es dabei nicht primär um On-Page-Signale sondern darum, welche Quellen die Antwort formen.
Einige zentrale Prinzipien stechen hervor:
- Aktualität zählt: Rund die Hälfte aller Zitate stammt aus Artikeln, die innerhalb der letzten elf Monate veröffentlicht wurden. Die höchste Zitierwahrscheinlichkeit liegt in den ersten sieben Tagen nach Veröffentlichung.
- Autorität wirkt auf zwei Ebenen: Generalistische Leitmedien (etwa Reuters) werden breit zitiert, während Nischenmedien bei spezifischen Fachthemen dominieren.
- Das System ist im Wandel: Modelle passen ihren Quellenmix regelmäßig an. GEO erfordert daher kontinuierliche Aufmerksamkeit, keine einmalige Maßnahme.
Genau hier überschneiden sich Digital PR und SEO am wirkungsvollsten. Digital PR generiert die frischen, autoritativen Earned-Media-Quellen, die KI-Modelle bevorzugen und ist damit ein essenzieller Bestandteil jeder modernen organischen Search-Strategie.
Lest unbedingt auch unseren Deep Dive zu GEO, um weitere Strategien und Methoden zu entdecken, um dafür zu sorgen, dass eure eigene Brand korrekt in KI-Antworten erscheint.
Wie werde ich häufiger von KI zitiert? Der 20-Outlets-Ansatz
Da die Quellenauswahl GEO maßgeblich beeinflusst, lautet die nächste Frage: Welche Medien sind tatsächlich relevant?
Eine der praktischsten Erkenntnisse für jede Digital-PR-Strategie ist: 20 strategisch ausgewählte Medien können rund 50 Prozent der relevanten Berichterstattung für eine Brand generieren. Masse gewinnt bei GEO nicht – Präzision schon.
Hier ein vereinfachtes Tiering-Framework:
| Tier | Fokus | Bedeutung |
| Tier 1 – Wiederholt zitiert + hohe Relevanz | Kern-KI-Sichtbarkeit | Medien, die regelmäßig in LLM-Antworten zu den eigenen Themenfeldern auftauchen. Sie bilden das Herzstück der Strategie. |
| Tier 2 – Nischenautorität | Thematische Glaubwürdigkeit | Fachmedien und Spezialpublikationen, die Expertise stärken – besonders wertvoll im B2B-Kontext. |
| Tier 3 – Situative Reichweite | Zeitgebundene Sichtbarkeit | Medien, die bei Trends oder Nachrichtenzyklen an Bedeutung gewinnen und einen Schub bieten, wenn ein Thema Momentum hat. |
Die zentrale Erkenntnis? Statt Pitches an Hunderte von Kontakten zu senden, sollten Digital-PR-Agenturen und Inhouse-Teams Medien identifizieren, priorisieren und pflegen, die KI-Antworten in ihrem Bereich aktiv beeinflussen.
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Welche Digital-PR-Content-Formate werden von KI zitiert?
Die richtigen Medien anzusprechen ist nur die halbe Miete, die andere Hälfte besteht darin Inhalte zu liefern, die es wert sind, zitiert zu werden.
Nicht alle Inhalte sind in den Augen eines LLM gleichwertig. Damit ein Beitrag zitiert wird, braucht er klar nachvollziehbare und strukturell aufbereitete Informationen – sogenannter „zitierfähiger“ Content.
Inhalte erfüllen die Zitierfähigkeits-Schwelle, wenn sie:
- Mindestens drei harte Fakten oder Zahlen enthalten
- Eine klare Quelle oder Methodik benennen
- Ihre Kernaussage so präzise formulieren, dass sie direkt zitiert werden kann
Was sind die Bausteine zitierfähiger Inhalte?
- Data Stories: Einer einfachen Struktur folgen – 1 Erkenntnis + 3 Belege + 1 Implikation. So entsteht eine Kernaussage mit Substanz, die Journalist:innen und KI-Modelle sofort verwenden können.
- Tabellen und Statistiken: Zahlen sollten so präzise formuliert sein, dass ein bis zwei Zeilen direkt übernommen werden können – ohne weitere Interpretation.
- Methodik-Boxen: Ein kurzer „So haben wir gemessen“-Abschnitt schafft Transparenz und Glaubwürdigkeit – überprüfbar, klar und nicht länger als ein Absatz.
- Klare Definitionen: Eindeutige Begriffe verhindern Fehlinterpretationen und helfen LLMs, Aussagen korrekt einzuordnen.
Für alle, die in Online-PR oder Content Marketing arbeiten, ist das ein echter Paradigmenwechsel: Statt sich ausschließlich auf überzeugende Texte zu konzentrieren, müssen die Inhalte selbst für Extraktion und Wiederverwendung strukturiert sein.
Do/Don’t: Zitierfähiger Content in der Praxis
| ✅ Do | ❌ Don’t |
| Eine Methodik-Box von einem Absatz einfügen | Die Methodik in einer Fußnote verstecken |
| Einen einheitlichen Begriff pro Konzept verwenden | Zwischen „Digital PR“, „Online-PR“ und „E-PR“ im selben Beitrag wechseln |
| Statistiken so formulieren, dass eine einzelne Zeile direkt zitiert werden kann | Zahlen in langen, komplexen Sätzen verpacken |
Wie überwache ich die KI-Sichtbarkeit? Messen, lernen, optimieren
Das Monitoring der KI-Sichtbarkeit für Digital PR ähnelt dem Workflow, den man bereits von SEO kennt: ein fortlaufender Prozess aus Messung und Iteration. LLMs zitieren heute anders als noch vor wenigen Monaten – und die Veränderungen sind plattformspezifisch:
- ChatGPT: Die Rolle von Wikipedia hat merklich abgenommen.
- Gemini: Hat zeitweise YouTube-Quellen bevorzugt.
- Reddit: Taucht häufig auf, aber fast immer zusammen mit journalistischen „Grounding“-Quellen.
Was gestern funktioniert hat, muss morgen nicht mehr gelten. Ein schlankes Monitoring-Setup hilft Teams, am Ball zu bleiben:
- Prompt-Bibliothek: Zentrale Discovery- und Fact-Finding-Prompts dokumentieren, um zu verfolgen, wie LLMs die eigene Brand im Zeitverlauf darstellen.
- Quellen-/Outlet-Log: Domain, Typ und Datum jeder Zitation erfassen, um Muster und Verschiebungen zu erkennen.
- Kompaktes KPI-Set: Präsenz, Share of Voice, Aktualitätsanteil und Autoritätslevel tracken.
- Action Loop: Fehlende Outlets, Content-Lücken und Themen identifizieren, die Updates oder eine stärkere Datenbasis benötigen.
Bekommt eure eigene Domain bereits Traffic von LLMs? Unser kostenloses GA4 LLM Traffic Dashboard ermöglicht es euch zu tracken, welche LLMs den meisten Traffic auf eure Website bringen, wie sich der LLM-Traffic monatlich entwickelt, wie er sich im Vergleich zu anderen Quellen wie SEO oder Paid verhält und vieles mehr!
Wie mache ich meine Digital-PR- und KI-Strategie zukunftssicher?
KI-Sichtbarkeit durch Digital PR ist kein vorübergehender Trend, es ist eine neue Disziplin, die SEO, Content, Daten und PR zu einem integrierten Ansatz vereint. Brands, die früh investieren, sichern sich die Sichtbarkeit von morgen – in Systemen, die Kaufentscheidungen zunehmend mitbestimmen.
Dieser Artikel kratzt nur an der Oberfläche. Für das vollständige Framework – inklusive detaillierter Outlet-Tiering-Anleitungen, Pressemitteilungs-Blueprints, Content-Checklisten und Monitoring-Vorlagen – ladet ihr euch am besten einfach unser Whitepaper zu Digital PR & KI herunter.
FAQ: Digital PR und KI
Wie verändert KI in der PR traditionelle PR-Strategien?
KI ersetzt Digital PR nicht – ganz im Gegenteil, sie verstärkt ihre Bedeutung. Da LLMs stark auf Earned Media unabhängiger Quellen setzen, haben Brands mit starken PR-Programmen einen erheblichen Vorteil in KI-generierten Antworten. Der Fokus verschiebt sich von reinem Linkaufbau hin zum Aufbau zitierfähiger, autoritativer Erwähnungen in vertrauenswürdigen Medien.
Brauche ich noch klassisches SEO, wenn ich in GEO investiere?
Ja – und beide ergänzen sich. Klassisches SEO sorgt dafür, dass die eigenen Inhalte in traditionellen Suchergebnissen ranken und performen, während GEO sicherstellt, dass die eigene Brand in KI-generierten Antworten erscheint – primär durch Earned Media unabhängiger Quellen. Eine starke Digital-PR-Strategie bedient beides: Sie baut die autoritativen Erwähnungen auf, die GEO belohnt, und generiert gleichzeitig Backlinks, die klassische Rankings stützen.
Wie schnell kann Digital PR die KI-Sichtbarkeit beeinflussen?
Die Daten zeigen, dass die höchste Zitierwahrscheinlichkeit in den ersten sieben Tagen nach Veröffentlichung liegt, wobei eine starke Relevanz rund elf Monate anhält. Das bedeutet: Zeitlich gut platzierte Digital PR kann die KI-Sichtbarkeit schnell und spürbar beeinflussen.