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28.04.2026

OpenAI startet Pilotprojekt für CPC Ads auf ChatGPT

Im April 2026 begann OpenAI seinen Pilottest für CPC-Ads für ausgewählte US-Nutzer:innen auf der Ad-Manager-Plattform von ChatGPT, ein Schritt der zum Teil eine Reaktion auf das kontinuierliche Sinken des CPM (Cost per Mille) zu sein scheint, denn Berichten zufolge sind die CPMs von ChatGPT seit dem Launch von rund 60 US-Dollar auf teilweise nur noch 25 US-Dollar gefallen. Werbetreibende auf ChatGPT können nun Gebote auf Klicks zwischen 3 und 5 US-Dollar abgeben, anstatt für jeweils tausend ausgespielte Impressionen zu zahlen. 

INFO: 

OpenAI hat am 9. Februar 2026 offiziell Werbung in ChatGPT eingeführt. Die Anzeigen wurden zunächst nach CPM abgerechnet, das neue Modell ersetzt die Abrechnung nun durch CPC-Ads. Die Anzeigen werden derzeit nur in den USA, Australien, Neuseeland und Kanada ausgerollt; das wird sich allerdings ändern, sobald die Tests ausgeweitet werden. 

 

Darüber hinaus berichten Branchenmedien, dass das Mindestbudget für CPC im Pilot auf rund 50.000 US-Dollar gesenkt wurde (gegenüber rund 200.000 US-Dollar in frühen CPM-Setups zum Launch). Das würde die Einstiegshürde deutlich reduzieren, die genauen Schwellen können dennoch je nach Pilotumfang und Deal variieren. 

Dieses Werbemodell ist eine offene Kampfansage an Google, die den CPC-Werbemarkt seit Langem dominieren. 

 

Was bedeutet das wirklich für Marketer:innen? 

Hier öffnet sich effektiv ein neuer Performance-Marketing-Kanal, der weitaus mehr als nur eine Gelegenheit für Branding und digitale PR darstellt. Mit dem Wechsel von CPM zu CPC können Marketing-Teams den ROI in diesem Umfeld nun gezielt testen und messen und die Performance mit anderen Kanälen wie Google vergleichen. 

Rene Wielenga, Head of Performance Advertising bei Peak Ace, sprach mit uns über die Chancen, die diese Entwicklung für Brands eröffnet:

„Dass OpenAI CPC-Anzeigen in ChatGPT einführt, ist ein Zeichen dafür, dass LLMs zu einer bezahlten Discovery-Oberfläche werden – und nicht nur eine Antwortmaschine sind. Für Brands entsteht dadurch eine neue Ebene an Impression Share und Wettbewerb, die neben Google und Bing besteht. Es wird diszipliniertes Testen, solide Messung und einen klaren Blick auf Inkrementalität belohnen, wenn das Angebot über die USA hinaus expandiert.“

Diese Entwicklung verändert nicht nur, auf welche Kanäle sich Marketer:innen künftig konzentrieren. „Für Brands verändert das die Sichtbarkeit grundlegend.“, sagte uns Franziska Dau, Expert Lead SEO bei Peak Ace. Franziska ergänzte: 

„Es geht nicht mehr nur darum, organisch die ‚beste Antwort‘ zu sein, sondern darum, über algorithmische Relevanz und bezahlte Platzierungen um Aufmerksamkeit zu konkurrieren. Anders gesagt: Markensichtbarkeit in LLMs wird zu einem Hybrid aus SEO, GEO und Performance Marketing. LLM-Sichtbarkeit wird nicht mehr nur verdient, sie wird bietbar, testbar und optimierbar. Die Brands, die schon heute anfangen Content, Daten und Media frühzeitig zu integrieren sind diejenigen, die am Ende als Gewinner hervorgehen werden.“

 

Welches Format haben ChatGPT-Anzeigen? 

Werbung innerhalb von ChatGPT verändert die Antworten des Sprachmodells nicht, stattdessen erscheinen Anzeigen am Ende der Antworten, sind klar gekennzeichnet und werden je nach Nutzer:innenintention ausgespielt. 

 

Wann öffnet ChatGPT CPC-Werbung für den europäischen Markt? 

Bislang hat sich OpenAI nicht zu genauen Rollout-Terminen für ChatGPT-Werbung in anderen Märkten geäußert, Berichten zufolge sollen die nächsten Pilotmärkte Australien, Kanada und Neuseeland sein. Deutschland und andere EU-Staaten werden im Laufe dieses Jahres erwartet. 

 

Zukunftsprognosen für Werbung in LLMs 

Auch wenn dies ein großer Schritt für die Werbewelt ist, stehen wir noch am Anfang der Integration von Werbung in LLMs. Wie Rene Wielenga betonte, wird sich die Monetarisierung von werbegetriebenen Transaktionen auf diesen Plattformen voraussichtlich weiterentwickeln: 

Es ist zu erwarten, dass sich mit der Heranreifung von KI-Interfaces die Monetarisierung über CPC hinaus in Richtung eines Modells entwickelt, das eher dem von Amazon ähnelt: Commerce-native Platzierungen, die an Ergebnisse gekoppelt sind, mit Referral-ähnlichen Gebühren, wenn der Assistent eine Transaktion auslöst. CPC ist ein sinnvoller erster Schritt, aber das Endgame ist die Bezahlung für messbaren Wert – nicht nur für Klicks.“

 

FAQ: ChatGPT-CPC-Anzeigen 

Was sind CPC-Anzeigen in ChatGPT?

CPC-Anzeigen (Cost-per-Click) sind ein leistungsbasiertes Werbemodell innerhalb von ChatGPT. Anstatt für jeweils 1.000 Impressionen zu zahlen (CPM), zahlen Werbetreibende nur dann, wenn jemand tatsächlich auf ihre Anzeige klickt. OpenAI hat das CPC-Gebotsmodell im April 2026 in seinem ChatGPT Ads Manager mit Geboten ab 3 bis 5 US-Dollar pro Klick eingeführt. 

Wie werden ChatGPT-Anzeigen den Nutzer:innen angezeigt?

ChatGPT-Anzeigen erscheinen als klar gekennzeichnete „Sponsored“-Card unterhalb der Antwort des Assistenten. Sie verändern oder beeinflussen die Antworten von ChatGPT in keiner Weise. Die Anzeigen werden thematisch auf das Gespräch abgestimmt und basierend auf der Nutzer:innenintention ausgespielt. 

Wer sieht Anzeigen in ChatGPT?

Anzeigen werden derzeit nur eingeloggten, volljährigen Nutzer:innen der kostenlosen und der Go-Stufe (8 US-Dollar/Monat) angezeigt. Nutzer:innen der Tarife Plus, Pro, Business, Enterprise und Education sehen keine Anzeigen. 

Wie hoch ist das Mindestbudget für ChatGPT-CPC-Werbung?

Während des ursprünglichen CPM-Pilotprojekts lag das Mindestbudget bei rund 200.000 US-Dollar, mit dem CPC-Pilotprojekt wurde es aber auf etwa 50.000 US-Dollar gesenkt. Seit Mai 2026 hat OpenAI mit der Self-Serve-Beta des Ads Managers die Mindestausgabenanforderung vollständig abgeschafft. Damit ist die Plattform nun auch für mittelständische und kleinere Werbetreibende zugänglich. 

Ist ChatGPT-Werbung außerhalb der USA verfügbar? 

ChatGPT-Anzeigen starteten im Februar 2026 in den USA und wurden seitdem auf Kanada, Australien, Neuseeland und das Vereinigte Königreich ausgeweitet. OpenAI hat Pläne angekündigt, das Pilotprojekt auf Mexiko, Brasilien, Japan und Südkorea auszudehnen. Konkrete Starttermine für Deutschland und andere EU-Länder wurden noch nicht bestätigt, eine Ausweitung wird jedoch Ende 2026 erwartet. 

Wie schneidet ChatGPT-Werbung im Vergleich zu Google Ads ab?

Das CPC-Modell von ChatGPT ist strukturell dem Pay-per-Click-Ansatz von Google ähnlich und damit für Performance-Marketer:innen direkt vergleichbar. Der wesentliche Unterschied liegt im Kontext: ChatGPT-Anzeigen erreichen Nutzer:innen während aktiver Recherche- und Entscheidungsgespräche und nicht über Keyword-basierte Suchanfragen. 

Können ChatGPT-Anzeigen die Antworten der KI beeinflussen?

Nein. OpenAI hat erklärt, dass Anzeigen die Antworten von ChatGPT nicht verändern. Die Antworten des Modells bleiben unabhängig und Gespräche privat. Anzeigen werden separat dargestellt und klar als gesponserte Inhalte gekennzeichnet. 

Welche Anzeigenformate gibt es in ChatGPT?

Derzeit erscheinen ChatGPT-Anzeigen als einzelne gesponserte Karte am Ende der KI-Antwort. OpenAI hat bislang keine konkreten Anzeigenformat-Spezifikationen definiert; die Formatoptionen dürften sich mit der Weiterentwicklung des Pilotprojekts verändern. 

Welche Gebotsoptionen unterstützt der ChatGPT Ads Manager?

Werbetreibende können derzeit zwischen zwei Gebotszielen wählen: Reichweite (CPM) und Klicks (CPC). CPM-Raten liegen bei etwa 25 bis 60 US-Dollar pro 1.000 Impressionen, während CPC-Gebote in der Regel bei 3 bis 5 US-Dollar pro Klick starten, wobei B2B-Klicks je nach Kategorie 8 bis 15 US-Dollar erreichen können. 

Wie funktioniert das Targeting bei ChatGPT-Anzeigen? 

ChatGPT-Anzeigen werden nicht über herkömmliche Keywords ausgespielt. Stattdessen nutzt das System eine Relevanz-gewichtete Zweitpreisauktion, die Anzeigen auf das Thema und den Kontext des Gesprächs abstimmt. Das bedeutet: Das Targeting ist intentionsbasiert statt Keyword-basiert. 

Welche Messinstrumente stehen ChatGPT-Werbetreibenden zur Verfügung?

OpenAI hat das OAIQ-Pixel und eine Conversions API eingeführt, um Werbetreibenden die Leistungsmessung zu erleichtern. Mit diesen Tools lassen sich Klicks, Conversions und die Kampagneneffektivität nachverfolgen. 

Welche Branchen eignen sich am besten für ChatGPT-Werbung?

Erste Daten deuten darauf hin, dass ChatGPT-Anzeigen besonders gut für B2B-SaaS, Entwicklertools und hochpreisige Konsumprodukte (ab 500 US-Dollar) geeignet sind. Für Niedrigmargenprodukte, lokale Dienstleistungen oder Funnels, die stark auf Retargeting setzen, sind sie derzeit weniger effektiv. 

Sollten Brands jetzt mit der Werbung auf ChatGPT beginnen?

Für Breands mit dem nötigen Budget und der entsprechenden Neugier ist jetzt ein guter Zeitpunkt zum testen. Die Self-Serve-Beta des Ads Managers ist live, die Mindestausgabenanforderung wurde abgeschafft und Early Mover können wertvolle Performance-Daten sammeln, bevor die Plattform wettbewerbsintensiver wird. Die meisten Expert:innen empfehlen, die aktuelle Phase als First-Mover-Test mit einem Budget von 50.000 bis 100.000 US-Dollar zu nutzen, bevor man sich zu dauerhaften Ausgaben verpflichtet. 

Wie erkennt ChatGPT, welche Anzeige ausgespielt werden soll? Funktioniert das Keyword-basiert wie bei Google?

Nein. ChatGPT-Anzeigen basieren nicht auf Keywords. Stattdessen nutzt das System eine Relevanz-gewichtete Auktion, die Anzeigen auf den Kontext und die Intention des laufenden Gesprächs abstimmt. Das Targeting basiert also auf dem, worüber die Nutzer:innen tatsächlich sprechen und nicht auf einzelnen Suchbegriffen. Das Ergebnis: weniger Streuverlust und eine höhere semantische Relevanz. 

Werden ChatGPT-Anzeigen Google Ads oder Social-Media-Werbung ersetzen?

Keineswegs. ChatGPT-Anzeigen sind am besten als ergänzender Kanal zu verstehen und nicht als Ersatz. Google Ads und Social-Media-Kampagnen bleiben für Reichweite, Retargeting und etablierte Performance-Funnels unverzichtbar. Die eigentliche Chance liegt darin, ChatGPT-Werbung in eine bestehende Multi-Channel-Strategie zu integrieren. 

Führen auch andere KI-Plattformen Werbung ein?

Ja. Microsoft erprobt gesponserte Platzierungen innerhalb von Bing Copilot, Perplexity AI testet bereits native Anzeigen und Affiliate-Links in den Antworten, und Meta arbeitet an KI-Assistenten-Integrationen für WhatsApp und Instagram – Werbung dürfte dort schnell folgen. 

Können Nutzer:innen die Anzeigen in ChatGPT abschalten?

Nutzer:innen mit einem kostenpflichtigen ChatGPT-Tarif (Plus, Pro, Business, Enterprise und Education) sehen grundsätzlich keine Anzeigen. Für Nutzer:innen der kostenlosen und der Go-Stufe bietet OpenAI Steuerungsmöglichkeiten: Einzelne Anzeigen lassen sich ausblenden, personalisierte Werbung kann deaktiviert und werbebezogene Daten können vollständig gelöscht werden. Anzeigen werden außerdem für Nutzer:innen unter 18 Jahren blockiert und erscheinen nicht bei sensiblen Themen wie Gesundheit, psychischem Wohlbefinden oder Politik. 

Wie wirkt sich ChatGPT-Werbung auf die organische KI-Sichtbarkeit (GEO / LLMO) aus?

Mit dem Einzug bezahlter Platzierungen in den LLM-Bereich wird die Markensichtbarkeit in KI-Systemen zunehmend zu einer Mischung aus organischer Relevanz und bezahlten Medien. Brands, die in strukturierte Inhalte, fundierte Expertise und konsistente Terminologie investieren, schneiden sowohl organisch als auch bei bezahlten Platzierungen besser ab. 

Welche Rolle spielt Vertrauen bei ChatGPT-Werbung?

Vertrauen ist die Währung konversationeller KI. Anders als bei klassischen Display- oder Suchanzeigen werden ChatGPT-Anzeigen in einem Dialog ausgespielt, in dem Nutzer:innen ehrliche, hilfreiche Antworten erwarten. Wirkt eine Anzeige irrelevant oder aufdringlich, riskiert sie also, das gesamte Erlebnis zu untergrabe, weshalb sich OpenAI verpflichtet hat, Anzeigen visuell von den Antworten zu trennen und sicherzustellen, dass sie die KI-Antworten nicht beeinflussen. Für Brands bedeutet das: Hochwertige Inhalte und echte Expertise zählen mehr als Budget allein. 

Was sollten Brands jetzt tun, um sich auf ChatGPT-Anzeigen in Europa vorzubereiten? 

Auch wenn ChatGPT-Anzeigen offiziell in europäischen Märkten noch nicht gestartet sind, können Brands mehrere Schritte unternehmen: in strukturierte, hochwertige Inhalte investieren, die LLMs leicht verarbeiten können; ein KI-Sichtbarkeits-Audit durchführen, um zu verstehen, wo die Brand bereits in KI-generierten Antworten auftaucht; Expertise in GEO- und LLMO-Strategien aufbauen; und sicherstellen, dass Tracking- und Attributions-Setups für neue KI-gestützte Kanäle bereit sind. Frühzeitige Vorbereitung bedeutet einen erheblichen First-Mover-Vorteil, sobald der Rollout Europa erreicht. 

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Lucas

ist Marketing- und Kommunikationsmanager bei Peak Ace. Er kam 2025 zum Unternehmen. Wenn er nicht für unseren Blog schreibt, beschäftigt sich Lucas gerne mit Literatur, verfasst Kurzgeschichten und widmet sich hin und wieder auch der Vogelbeobachtung.